Triebschnee sorgte für einige Lawinenereignisse am Wochenende

Erstellt am 29. Januar 2019

Am Wochenende wurden in den Niederösterreichischen Alpen einige Lawinenereignisse registriert, bei denen zwar ein Wintersportler teilverschüttet, zum Glück jedoch niemand verletzt wurde. Alle Ereignisse sind auf dasselbe Lawinenproblem zurückzuführen. Anfang letzter Woche bildeten sich bei kalter, klarer Witterung und wenig Wind auf einem im Allgemeinen stabilen Schneedeckenfundament Oberflächenreif und kantige Schneekristalle aus. Diese typische Schwachschicht wurde ab Samstag durch frischen, gebundenen Triebschnee überdeckt, der mit dieser Unterlage nur schlecht bindet und somit leicht zu stören ist. Durch die Winddrehung waren neben südostexponierten Hängen auch die Nordseiten von Verfrachtungen betroffen. Auch auf der Rax deuteten Schneefahnen auf die Bildung von frischem Triebschnee hin, der speziell hinter Geländekanten sehr störanfällig war. Die Situation war besonders tückisch, da die Verhältnisse oft rasch wechselten, je nach Windeinfluss und Exposition existierten störanfällige Triebschneebereiche und ungebundener, lockerer Schnee unmittelbar nebeneinander (Schneeprofil).

Wechselnde Windverhältnisse (wie hier auf der Rax) führten zu umfangreichen Triebschneeablagerungen in unterschiedlichen Expositionen. (Quelle: LWD)

 

Schneefahnen deuteten auf die Bildung von frischem Triebschnee hin. Geländehohlformen wie Rinnen und Mulden sind gut gefüllt. (Quelle: LWD NÖ)

 

"Tourengeher-Karawane" im Aufstieg auf die Rax am Wochenende. (Quelle: LWD NÖ)

 

Auch im Gipfelbereich des Tirolerkogels (Türnitzer Alpen) löste sich ein Schneebrett. (Quelle: G. Bernhard, Tourenforum)

 

Einen Großeinsatz löste ein Lawinenabgang auf der Rax aus, bei dem zum Glück niemand verletzt wurde. (Quelle: Bergrettung NÖ)

 

Die Schneebrettlawine auf der Rax bei Tageslicht. Die seitliche Länge des Anrisses unterstreicht die effektive Bruchfortpflanzung. (Quelle: Alpinpolizei, BM.I)

 

Weiteres ("Mini"-)Schneebrett auf der Rax nur wenige Meter weiter in Richtung Otto-Schutzhaus. (Quelle: LK Reichenau)