Schneedeckenuntersuchung Schneeberg

Erstellt am 28. Dezember 2018

Am 27.12. führte der Lawinenwarndienst Niederösterreich gemeinsam mit Lawinenmelder und Schneebergkenner Karl Tisch eine Schneedeckenerhebung durch, um die Auswirkungen der Erwärmung seit 26.12. auf die Schneedecke zu dokumentieren.

Diese Erwärmung mit gleichzeitig starkem Nordwestwind führte zu sehr milden Temperaturen und starken Rückgang der Schneedecke in tieferen Lagen. In mittleren Lagen wurde die Schneedecke durchwegs feucht oder nass und ein wenig Regen in der Nacht auf Donnerstag führte überdies  zu Vereisungen bis etwa 1900m hinauf.

Blick vom Fadensteig nach Losenheim: Kaum mehr Schnee unter 1000m und starke Vereisungen in mittleren und hohen Lagen.

Die Schneedecke gestaltet sich bis etwa 1700m durchgehend feucht oder nass und weist eine Harschkruste auf. Nur in den höchsten Lagen des Schneebergs (ab etwa 1900m) fehlt diese Harschkruste. In hohen Lagen finden sich noch trockene Triebschneepakete, allerdings haben diese sich meist gut gesetzt und weisen kaum Schwachschichten auf (eine Ausnahme davon können vereinzelte Graupeleinlagerungen sein). Eine Schneedeckenuntersuchung ostseitig in etwa 1830m Seehöhe (Bereich Rotwand) zeigte einen sehr stabilen Schneedeckenaufbau.

Wenn man einen Schneeblock leichter quer als horizontal zum Brechen bringt, kann man getrost von (lokal) stabilen Verhältnissen ausgehen…

Exponierte Lagen (Gipfel, Grate, Kämme, …) sind meist abgeblasen und stark vereist. Hier herrscht akute Absturzgefahr. Dort wo Schnee liegt, findet sich je nach Höhenlage (von oben nach unten) eine tragfähige Harsch- bzw. Eiskruste, Bruchharsch, und schwerer, feuchter oder nasser Schnee.