Erstellt am 7. Dezember 2018Wochenendausblick

Wetterverlauf

Eintreffende Frontensysteme (Kaltfront in der Nacht auf morgen, gefolgt von einer Warmfront und neuerlicher Kaltfront in der Nacht auf Montag) sorgen in den kommenden Tagen für einen ziemlich turbulenten Wetterverlauf in den Niederösterreichischen Alpen.

Am heutigen Freitag überwiegen – abseits einiger kurzzeitiger Auflockerungen – über weite Strecken bereits Wolken das Wettergeschehen. Bei mäßigem bis starkem Wind aus westlichen Richtungen liegen die Mittagstemperaturen mit +5 Grad in 1500m noch auf der milden Seite.

Bereits in der Nacht auf den Samstag setzen aus dem Westen mit Durchzug eine Kaltfront Niederschläge ein. Der Wind aus nordwestlichen Richtungen legt deutlich zu, sodass es überaus stürmisch wird! Zudem gehen die Temperaturen zurück, in 1500m liegen die Werte nur noch um etwa -3 Grad. Schnee fällt auf knapp unter 1000m herab, wobei die Niederschlagsaktivität tagsüber nachlässt bzw. der Schneefall zwischenzeitlich auch zur Gänze abklingt.

Auch am Sonntag weht vor allem auf den Bergen starker Sturm aus nordwestlichen Richtungen. Die Temperaturen liegen um etwa -1 Grad in 1500m und bei einer um oder knapp über 1000m liegenden Schneefallgrenze wird sich der Niederschlag tagsüber etwas intensivieren. Vor allem in der Nacht auf Montag ist mit Schwerpunkt in den westlichen Gebirgsgruppen mit intensivem Schneefall zu rechnen, wobei die Schneefallgrenze sukzessive bis in tiefere Lagen absinken wird.

Niederschlagssumme bis Dienstag, 11.12.2018, 00:00 Uhr. Auch wenn die Niederschlagsschwerpunkte im Westen liegen, erkennt man, dass auch die typischen Nordstaulagen der Niederösterreichischen Alpen einiges an Niederschlag zu erwarten haben. (Quelle: ZAMG)

Lawinensituation

In Anbetracht dieser Wetterprognosen steht uns ein Wochenende mit insgesamt ungünstigem Bergwetter bevor. Mit Blick auf die Lawinensituation sind der Neuschnee und der überaus starke Wind aus nordwestlichen Richtungen die maßgebenden Elemente: In den Hochlagen werden sich frische Triebschneeansammlungen bilden, die vor allem in Bereichen mit existierender Altschneedecke beachtet werden sollten. Gefahrenzonen für denkbare Schneebrettauslösungen befinden sich somit in erster Linie hinter Geländeübergängen der Hochlagen wie auch in zunehmend eingewehten Rinnen und Mulden. Zudem ist immer wieder mit Sichtbehinderungen zu rechnen, die das Erkennen dieser Triebschneepakete im Gelände zusätzlich erschweren.

In Abhängigkeit von den Bedingungen und den tatsächlich gefallenen Schneemengen wird der Lawinenwarndienst Niederösterreich voraussichtlich am Montag mit der Herausgabe eines Lageberichts offiziell in die Wintersaison 2018/19 starten.

Erstellt am 27. November 2018Erster nennenswerter Wintereinbruch

In den Niederösterreichischen Alpen hat am gestrigen Montag (26.11.2018) der Winter ein Lebenszeichen von sich gegeben.

Webcam Damböckhaus. (Quelle: SchneebergTV)

An den Messstationen wurden bis Dienstagmorgen Neuschneezuwächse von etwa 30cm registriert. Zudem ist das Temperaturniveau gesunken, was beispielsweise am Lufttemperatur-Diagramm vom Hochwechsel anschaulich mitverfolgt werden kann. Darüberhinaus hat der Wind auf den Bergen deutlich an Stärke gewonnen, er weht am Hochwechsel mit Spitzen von über 100km/h.

Wetterstationsdiagramme vom Hochkar und vom Hochwechsel. (Quelle: LWD NÖ)
Gesamtschneehöhe am Dienstagmorgen. (Quelle: Snowgrid)

Wie geht es weiter?
Der Schneefall lässt heute im Tagesverlauf nach und klingt in der Folge überall ab. Über Österreich stellt sich ein West-Ost-Temperaturgradient ein, was für den Niederösterreichischen Alpenbereich in dieser Woche vergleichsweise tiefe Temperaturen bedeutet. Richtung Wochenende wird es auf den Bergen wieder etwas milder. Wir halten euch über die weitere Wetterentwicklung am Laufenden...

Ein West-Ost-Gradient bestimmt die Temperaturen in dieser Woche. (Quelle: ZAMG)

Erstellt am 27. November 2018Neudefinition der Lawinengrößen

Die Vereinigung der europäischen Lawinenwarndienste (EAWS: European Avalanche Warning Services) hat im Sommer 2018 eine Neudefinition der Lawinengrößen vorgenommen. Man hat sich dabei auf die folgende Unterteilung mit den entsprechenden Eckdaten geeinigt. Die beigefügten Beispielbilder sollen die angeführten Unterschiede optisch anschaulicher machen. [Weitere Definitionen finden sich im Glossar der EAWS]

Größe 1: "Kleine" Lawine (Rutsch)

  • geringe Verschüttungsgefahr; Absturzgefahr
  • bleibt typischerweise im Hang stehen
Kleine Lawine, Rutsch (Größe 1). (Quelle: LWD Tirol, EAWS)
 

Größe 2: "Mittlere" Lawine

  • kann eine Person verschütten, verletzen oder töten
  • erreicht typischerweise den Hangfuß
Mittlere Lawine (Größe 2). (Quelle: LWD Tirol, EAWS)

 

Größe 3: "Große" Lawine

  • kann PKW's verschütten und zerstören, schwere LKW's beschädigen; kann kleine Gebäude zerstören und einzelne Bäume brechen
  • überwindet flachere Geländeteile (deutlich unter 30°) über eine Distanz von weniger als 50 m
Große Lawine (Größe 3). (Quelle: LWD Tirol, EAWS)

 

Größe 4: "Sehr große" Lawine

  • kann schwere LKW's und Schienenfahrzeuge verschütten und zerstören; kann größere Gebäude und kleine Waldflächen zerstören
  • überwindet flachere Geländeteile (deutlich unter 30°) über eine Distanz von  mehr als 50 m; kann den Talboden erreichen
Sehr große Lawine (Größe 4). (Quelle: LWD Tirol, EAWS)

 

Größe 5: "Extrem große" Lawine

  • kann die Landschaft verwüsten; katastrophales Zerstörungspotenzial möglich
  • erreicht den Talboden; größte bekannte Lawine
Extrem große Lawine (Größe 5). (Quelle: LWD Tirol, EAWS)

Erstellt am 27. November 2018Neuer Saisonbericht der österreichischen Lawinenwarndienste 2017/18

Wie auch in den Vorjahren erschien Ende Oktober 2018 abermals ein gemeinsamer Winterbericht der österreichischen Lawinenwarndienste, in dem lawinenrelevante Ereignisse aus dem spannenden Winter 2017/18 detailliert aufgearbeitet und anschaulich präsentiert wurden.

Aufgrund der enormen Nachfrage aus den vergangenen Jahren können wir unser Service, die Berichte auf Anfrage kostenlos zu verschicken, leider nicht mehr anbieten. Das 220 Seiten umfassende Druckwerk ist über den Alpenverein zu beziehen (Link).

Die Druckausgabe des neuen Saisonberichts der österreichischen Lawinenwarndienste. (Quelle: ARGE österreichischer Lawinenwarndienste)